Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Produktion hat sich deutlich verbessert – eine BCG-Studie liefert Zahlen

Die Boston Consulting Group hat im April 2014 eine interessante Studie zur Wettbewerbsfähigkeit der größten 25 Exportnationen der Welt veröffentlicht. Mit bemerkenswerten Ergebnisse.

Die gewohnte Überzeugung, wer die Länder mit den niedrigen Lohnkosten sind und wer zu den teuren Produktionsstandorten gehört, muss gründlich überdacht werden. Die Berücksichtigung sowohl der Lohnkosten als auch der Produktivität, der Energiekosten und der Wechselkurse macht die Analyse dabei zu einem stabilen Referenzpunkt. Bei der Interpretation der Daten sind damit zusätzlich nur noch die Transportkosten der produzierten Güter zu berücksichtigen.

Aus der Perspektive von Deutschland sind insbesondere folgende Faktoren hervorzuheben:

  • Die vielzitierten BRIC Staaten, in denen das Kaufkraftwachstum besonders hoch ist, haben mit Ausnahme von Indien auch stark steigende Faktorkosten zu verzeichnen. Gleiches gilt für die direkten deutschen Nachbarn Polen und Tschechien. Hier schließt sich also die Lücke zu Deutschland.
  • Während Deutschland vor 10 Jahren noch der teuerste Produktionsstandort der Welt war, haben andere Länder sowohl in Europa (siehe Frankreich, Italien, Belgien, Schweiz) aber auch im Rest der Welt (siehe Australien, Brasilien) auf- bzw. sogar überholt.
  • Der Anstieg des Kostenindexes in der letzten Dekade betrug in Deutschland nur 4 Punkte, in zwei anderen großen Volkswirtschaften Europas, Italien und Frankreich, jedoch 10 Punkte.
  • Die Energiekosten sind in Deutschland zwar hoch, insbesondere im Vergleich zu den USA und Russland, weisen jedoch keine signifikanten Unterschiede zu anderen hoch entwickelten Ländern auf.

International gibt es viele ebenso bemerkenswerte Entwicklungen. Hervorgehoben werden soll an dieser Stelle nur der eine Punkt, dass die Faktorkosten in China aktuell nur noch 4 Indexpunkte unter denen der USA liegt. Eine US-Fertigung nach China zu verlagern macht, zumindest für Produkte für den US-amerikanischen Absatzmarkt, keinen Sinn mehr. Wie gesagt: Bemerkenswerte Entwicklungen.

Ein Blick auf die veröffentlichen Auszüge der Studie finden Sie hier: