LEAN LAB: Erfahrendes Lernen führt zu „können“ – anstatt nur zu „wissen“

Viele Unternehmen und Mitarbeiter bemühen sich, durch „Verschlankung“ von Prozessen Qualität, Kosten und Lieferservice zu steigern. Die Konzepte und Methoden der Schlanken Produktion sind ausführlich und in zahlreichen Büchern gut beschrieben. Aber warum ist es dann so schwer, diese Methoden erfolgreich umzusetzen?

Der Grund: „Kennen“ und „Können“ ist etwas völlig anderes. Und zum „Können“ gehört: Machen, ausprobieren, messen. Fehler machen, wieder probieren, wieder messen. Meist fehlt es aber an Möglichkeiten, die Prinzipien auszuprobieren und in „angstfreiem Probedenken“ für sich zu entdecken. 

Gegen diese Problematik wurde an der FH Aachen, am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften unter der Leitung von Professor Dr. rer. pol. Markus Focke das LEAN LAB ins Leben gerufen. Das LEAN LAB hat das Ziel, die Wirkung schlanker Prinzipien erlebbar zu machen. Damit kann es im Sinne einer Lehrwerkstatt die didaktische Vermittlung von Veränderungsprozessen unterstützen.

Ausgangspunkt des LEAN LABs ist eine LKW-Fabrik in Kleinformat. An sieben Arbeitsplätzen werden die jeweiligen Roh- und Halbfertigteile der LKW zusammengesetzt, bis ein fertiger LKW an den Kunden ausgeliefert werden kann. Ausgehend von einer Ein-Produkt-Montage können letztlich mit Farb- und Fertigungszeitvarianten über 120.000 verschiedene LKW erstellt werden. Eine solche Variantenfertigung flexibel zu integrieren erlaubt eine vielfältige Anpassung an unternehmensspezifische Ausbildungs- und Qualifizierungsbedarfe.

Die Arbeitsstationen wurden nach ergonomischen Prinzipien mit modernen Betriebsmitteln der Firma „Creform“ hergestellt. Auch die Herstellung und Veränderung von Betriebsmitteln in einem flexiblen Unternehmensumfeld kann im LEAN LAB erlernt und getestet werden. Eigene Schulungs- und Testmodule sind bereits integriert.

Mit Hilfe der Simulation können Prinzipien aus der Praxis verdeutlicht und neue Erkenntnisse erlangt werden. Ausgehend von Verbesserungsaktivitäten, die im kleinen Maßstab durchgeführt werden, können anschließend Erkenntnisse in reale Umgebungen überführt werden. Weiterführende Szenarien sowie die Erweiterung der Prinzipien auf indirekte Prozesse können durchgespielt und mit nur geringem Aufwand auf die Machbarkeit in realer Umgebung hin getestet werden.

Aktuellste Weiterentwicklung ist die Integration von GERT, dem Altersanzug. Speziell für montagelastige Produktionsbetriebe stellt die Alterung von Mitarbeitern eine zunehmende Herausforderung dar. Was tun, wenn alle Mitarbeiter der Linie über 50 sind? Was passiert mit Job-Rotation Plänen, wenn alle aus der Rotation genommen werden müssen? Mit Hilfe von GERT können die Teilnehmer die Auswirkungen des demographischen Wandels begreifen und Gegenmaßnahmen erarbeiten.

Das LEAN LAB steht Unternehmen und Beratungen für die Ausbildung Ihrer Mitarbeiter offen. Diese Ausbildung kann sowohl in den Seminarräumen der FH Aachen als auch direkt in Ihrer Produktion stattfinden. www.fh-aachen.de/lean-lab/

Das LEAN LAB ist Kooperationspartner des Instituts für Produktivität.